Was ist ein Achsvermessung?
Bei der Achsvermessung werden Spur, Sturz und Nachlauf aller Räder gemessen und mit den Sollwerten des Herstellers verglichen. Die Messung zeigt, ob die Achsgeometrie nach einem Unfall, einem Bordsteinkontakt oder einem Schlagloch noch innerhalb der zulässigen Toleranz liegt — und belegt eine Abweichung schriftlich.
Ein Fahrzeug, das nach rechts zieht, ist nicht nur unangenehm zu fahren. Es sagt etwas über den Zustand der Achsen aus, und es kostet Geld: Eine falsch eingestellte Spur trägt einen Reifensatz in wenigen tausend Kilometern einseitig ab.
Was gemessen wird
Spur — ob die Räder einer Achse parallel stehen oder aufeinander zu- beziehungsweise voneinander weglaufen. Die häufigste Ursache für einseitigen Reifenverschleiß.
Sturz — die Neigung des Rades zur Senkrechten. Verändert sich typischerweise, wenn Federbein, Querlenker oder Aufnahmepunkte etwas abbekommen haben.
Nachlauf — die Neigung der Lenkachse. Bestimmt den Geradeauslauf und die Rückstellkraft der Lenkung.
Gemessen wird an allen vier Rädern. Eine Abweichung an der Hinterachse äußert sich am Lenkrad — deshalb reicht es nicht, vorne zu messen.
Warum das nach einem Unfall wichtig ist
Ein Achsschaden ist die Schadenart, die am häufigsten bestritten wird. Man sieht ihn nicht auf einem Foto. Die gegnerische Versicherung argumentiert dann, die Abweichung sei alt oder durch normalen Betrieb entstanden.
Ein Messprotokoll mit den gemessenen Werten neben den Sollwerten des Herstellers ist der Beleg, den diese Diskussion beendet. Es gehört deshalb bei entsprechendem Verdacht zum Unfallgutachten dazu — und lässt sich auch nachträglich noch erstellen, solange das Fahrzeug unrepariert ist.
Auch ohne Unfall
Nach einem harten Bordsteinkontakt oder einem tiefen Schlagloch, nach Arbeiten am Fahrwerk, beim Wechsel auf eine andere Rad-Reifen-Kombination und immer dann, wenn ein Reifensatz auffällig ungleichmäßig abgefahren ist: Die Messung ist billiger als der nächste Reifensatz.
Wann Sie das brauchen
- Das Fahrzeug zieht zu einer Seite oder läuft unruhig geradeaus
- Das Lenkrad steht schief, obwohl das Fahrzeug geradeaus fährt
- Die Reifen sind einseitig oder ungleichmäßig abgefahren
- Nach einem Unfall, einem Bordsteinkontakt oder einem Schlagloch
- Die Versicherung bestreitet einen Achsschaden aus dem Gutachten
- Nach Arbeiten am Fahrwerk oder einer Tieferlegung
- Vor dem Kauf eines Fahrzeugs, das repariert wurde
Was Sie bereithalten sollten
Bringen Sie mit, was Sie haben — Fehlendes können wir meist nachreichen lassen.
- Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I)
- Das Unfallgutachten oder der Kostenvoranschlag, falls es um einen Schaden geht
- Rechnungen über zurückliegende Fahrwerksarbeiten, falls vorhanden
- Reifen mit korrektem und gleichmäßigem Luftdruck, Kofferraum nicht beladen
Fragen zum Achsvermessung
Die Versicherung bestreitet den Achsschaden. Was hilft?
Ein Messprotokoll. Ein Achsschaden ist auf Fotos nicht zu sehen, deshalb wird er häufiger bestritten als andere Schäden. Werden die gemessenen Werte den Sollwerten des Herstellers gegenübergestellt, endet die Diskussion in der Regel.
Wichtig ist der Zeitpunkt: Solange das Fahrzeug unrepariert ist, lässt sich die Messung nachholen. Nach der Instandsetzung ist der Zustand von vorher nicht mehr feststellbar. Ob die Kosten erstattet werden, hängt vom Einzelfall ab — bei einem unverschuldeten Unfall gehören sie in der Regel zum Schaden.
Woran merke ich, dass die Achsgeometrie nicht mehr stimmt?
Drei Anzeichen sind typisch: Das Fahrzeug zieht zu einer Seite, das Lenkrad steht schief, obwohl es geradeaus fährt, oder die Reifen sind einseitig abgefahren. Häufigster Auslöser sind ein Unfall, ein harter Bordsteinkontakt oder ein tiefes Schlagloch.
Eine falsch eingestellte Spur trägt einen Reifensatz in wenigen tausend Kilometern einseitig ab. Die Messung ist deshalb regelmäßig billiger als der nächste Reifensatz. Gemessen wird an allen vier Rädern — eine Abweichung an der Hinterachse äußert sich am Lenkrad.
